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Im Rahmen des nationalen Forums zum 20jährigen Jubiläum der Aids Hilfe Schweiz (AHS) vom Dezember 2005 in Zürich stellen die Teilnehmenden eines Workshops für Betroffene fest, dass die Vertretung eigener Interessen nur zum Teil von bestehenden Organisationen wahrgenommen werden kann und kündigen an, eine eigene Organisation gründen zu wollen.

Am 11. Februar 2006 finden sich gegen 20 Betroffene zu einem Gründungskomitee erstmals zusammen und beschliessen am 20. Mai 2006, die Gründung als klar definiertes Projekt unter dem Namen LHIVE in die Wege zu leiten.

Die AHS begrüsst in der Folge diese Entwicklung und LHIVE tritt im August 2006 am Open Space zum Thema "Leben mit HIV heute" als Mitorganisator auf. Dieses Open Space in Vaumarcus ist ein von BAG/AHS lanciertes Treffen von HIV-Betroffenen mit Beteiligten der HIV- und AIDS-Arbeit, das unter anderem auch dem Gründungsprojekt LHIVE Aufschub verleiht: die LHIVE-Initiative findet unter den Open-Space-Teilnehmern breite Resonanz.

In der zweiten Hälfte 2006 gründen die Initianten den Gründungsverein LHIVE, dessen Ziel nur darin besteht, die Gründung der nationalen Organisation unter gleichem Namen vorzubereiten und zu organisieren.




Betroffene geben HIV und AIDS eine Stimme und ein Gesicht

Im Laufe des Jahres 2006 haben sich die in der Schweiz mit HIV und
AIDS lebenden Menschen unter dem Namen LHIVE in einer nationalen
Organisation formiert.

Bislang als Gründungsverein unterwegs, nimmt
LHIVE jetzt zum Welt-AIDS-Tag ab 1. Dezember 2006 aktiv und öffentlich
die Interessen der Menschen mit HIV und AIDS in der Schweiz wahr und
versteht sich als sozialpolitischer Sparring-Partner bestehender
Institutionen im AIDS-Bereich. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und
die Aids-Hilfe-Schweiz (AHS) unterstützen den Aufbau von LHIVE
(www.lhive.ch). Ein gemeinsam mit LHIVE vom BAG und der AHS im Oktober
2006 durchgeführtes Open Space zum Thema:“ Leben mit HIV heute...“ hat
den Gründungsprozess beschleunigt.

Die grosse Resonanz auf dieses
nationale Treffen von Betroffenen und Beteiligten hat die
Initiantengruppe LHIVE dazu bewegt, jetzt bereits zum Welt-AIDS-Tag
2006 die Organisation breit zu lancieren, auch wenn manche Strukturen
noch im Aufbau sind.

LHIVE hat als Solidaritätsorganisation auch sozialpolitische Ziele:
Dem Thema HIV und AIDS ein Gesicht und ein Stimme geben, bedeutet
heute in der Schweiz unter anderem, den mehr als 20'000 HIVInfizierten
und all ihren Angehörigen nach wie vor fehlende
Grundrechte zu sichern. Zum Beispiel die, sich ohne Diskriminierung
bei einem Zahnarzt oder bei einer Taggeldversicherung anmelden zu
können.

Fakt ist: Viele medizinisch wohl betreute HIV-Infizierte leben
heute in der Schweiz vor allem mit dem einen, letztendlich auch
gesundheitlichen Risiko, als HIV-Infizierte stigmatisiert und
diskriminiert zu werden. Die Projektleiterin von LHIVE, Michèle Meyer,
stellt fest:“ Trotz rund 20 Jahren Aufklärung, Prävention und einer
beispiellosen medizinischen Erfolgsgeschichte, bleibt die
Stigmatisierung unverändert. Wir werden noch immer über Tod, Schuld
und Gefährlichkeit definiert.“ Partnerschaft, berufliche Perspektiven
und Sicherheiten sind für viele eine Illusion. Dank der medizinischen
Betreuung lässt sich die Infektion oft im Schach halten, die Angst vor
der tödlichen Krankheit und vor der Isolation aber nicht. Die meisten
Menschen mit HIV und AIDS in der Schweiz, das heisst auch all die
nicht infizierten Beziehungspartner, Kinder, Verwandte, leben heute
aus Angst vor gesellschaftlichen Folgen versteckt. Mit schlimmen
Effekten, vom Burn-out bis zur Gefahr von Therapie-Versagen. „Völlig
unnötigerweise. Es braucht LHIVE schlicht als öffentlichen,
verantwortlichen Ansprechpartner.“

Laut Meyer soll LHIVE „eine
Organisation sein, die authentisch verständlich machen kann, dass wir
in erster Linie mit einer chronischen, behandelbaren Krankheit leben,
das ist an sich schon schwierig genug.“

LHIVE präsentiert sich ab dem Welt-AIDS-Tag auf der eigenen Homepage
www.lhive.ch neu und baut die Mitgliedschaftsbasis kontinuierlich aus,
um ab Frühjahr 2007 auch die eigenen Projektideen konsolidiert
umsetzen zu können, zum Beispiel die Betreuung von Neu-Infizierten.
Michèle Meyer, die Projektleiterin von LHIVE, meint: „Wir bieten mit
Solidaritätsarbeit einen glaubwürdigen Beitrag zur HIV- und AIDSPrävention,
der über alle Kampagnen hinweg nachhaltig wirkt und den
Menschen mit HIV und AIDS in der Schweiz ein von Vorurteilen freies
Leben ermöglicht.“