Seit dem 14. April sind 15 Menschen mit HIV und AIDS in Weiterbildung und Vorbereitung als Beratende und Begleitende für Neudiagnostizierte.
Themenschwerpunkte der Kurse war: Projektziel, Aufbau der Ausbildung, Beratungsmanual, Datenschutz, Krisen erkennen, Werkzeuge,
Abgrenzung, Medizinisches Up-Date, Rechtliche Situation etc
Verantwortlich sind Benedikt Zahno vom Checkpoint Zürich und Michèle Meyer von LHIVE. Thomas Disler begleitet das Projekt als Supervisor.
WEN SUCHEN WIR ?
Im Rahmen des LHIVE+ Projekt suchen wir Menschen, die mit HIV/AIDS leben und dazu bereit
sind neudiagnostizierte HIV-Patienten und Patientinnen anonym oder persönlich
zu beraten und begleiten.
Die "Paten/ Patinnen" werden
durch LHIVE mittels professioneller Schulung ausgebildet und mit Supervision
begleitet.
Der einzele "Paten-Auftrag"
ist zeitlich begrenzt und variert zwischen drei bis sechs Monaten, er basiert
auf Freiwilligenarbeit.
Die Begleitung und Beratung
geschieht unter Wahrung des Datenschutzes.
Das Projekt wird im ersten
Jahr als Pilotprojekt in Zürich durchgeführt.
Die Ausbildung ist kostenlos,
Reisespesen können bei Bedarf von LHIVE übernommen werden.
KONTAKTAUFNAHME
Für
weitere Informationen,
Erstgespräch und Bewerbung:
LHIVE
Patenschaftsprojekt
Tel:
061 951 22 88
Frenkenstrasse 39
4434 Hölstein contact@lhive.ch
LHIVE +, unser Patenschaftsprojekt, das in einem ersten Schritt in Zürich lanciert wird, findet im Checkpoint Zürich der Zürcher AIDS Hilfe einen Partner zur Projektumsetzung.
Projektidee
Formuliertes Ziel Es bezweckt Menschen mit einer HIV-Infektion eine
Hilfestellung/Orientierungshilfe zu bieten in kritischen Phasen des
Infektionsverlaufes, insbesondere zum Zeitpunkt der Diagnose, um einer möglicher
Isolation und Desintegration zu begegnen, bzw. sie abzuwenden.
Eine HIV-Diagnose ist auch heute, im Jahre 2006, noch
immer ein einschneidender Moment im curriculum vitae.
HIV-PatientInnen mit neuer Diagnose stehen vor einer
Unzahl von Unsicherheiten und Ängste vor unabsehbare Konsequenzen für die
eigene Gesundheit, den Lebensentwurf, den beruflichen, sozialen und
familiären Perspektiven.
Die vielen Fragen sind kaum alleine zu erfassen, zu
überblicken oder gar zu bewältigen.
Die Problemstellungen und Bedürfnisse dieser
Patientengruppe sind genauso unterschiedlich und individuell, wie homogen die Zielgruppe selbst. Die
Notwendigkeit ,Informationen zu erhalten und eine Orientierungshilfe zu
finden, sowie Möglichkeiten zu haben sich selbst mitzuteilen und anzuvertrauen
können, ist aber als Gemeinsamkeit klar zu erkennen. Die Angst vor
Stigmatisation und Diskriminierung ist nach wie vor gross und realistisch, so
dass gerade im eigenen sozialen Umfeld kaum nach Hilfestellungen gesucht
wird, im Gegenteil.
Erarbeitete
Lösungen In Form einer befristeten und den persönlichen
Bedürfnissen angepassten Begleitung von neudiagnostizierten HIV-Patienten und
Patientinnen durch dafür geschulte Menschen , die ebenfalls mit einer
HIV-Infektion leben.
Es
ist die Aufgabe der Patinnen den Betroffenen mit Informationen und dem
eigenen Erfgahrungsschatz zur Seite zu stehen. Durch gezieltes Bestärken und
Unterstützen auf dem eigenen Weg mit HIV/AIDS und möglichst differenzierte Aufklärung können sie somit dazu beitragen, dass der
Isolation vorgebeugt werden kann und die Betroffenen „Experten“ ihrer
Krankheit werden.
Für
die unzähligen und unterschiedlichsten praktischen Fragen betreffend der
Zukunftsgestaltung im beruflichen und privaten Umfeld können Paten und Patinnen nicht nur
Orientierungshilfe bieten, sondern auch praktische Hilfestellungen: wie
Informationen vermitteln, Begleitung zum Arzt oder anderen relevanten
Anlaufstellen.
Primär wendet sich das Angebot an neudiagnostizierte
HIV-PatientInnen.
Sekundär an deren Berater und Aerzte, an Anghörige, sowie
an die Antennen der Aids-Hilfe Schweiz und an die Teststellen/ Checkpoints.
Die persönliche Begleitung
durch Langzeit-Betroffene hat die Qualität der Glaubwürdigkeit des Beratenden,
Begleitenden, der authentischen Hilfe zur Selbsthilfe und des Empowerment der
betroffenen Neu-Patientinnen.
Empowerment, Aufklärung und gelebte Solidarität wirken sich
auch auf das Umfeld des Patenkindes aus: Sowie im beruflichen wie auch im
privaten Alltag kann Entlastung und Verantwortung aller Betroffenen gefördert
werden.
Umsetzungsmassnahmen
LHIVE zeichnet verantwortlich für eine gute Ausbildung und
Begleitung der Paten.
LHIVE stellt eine ProjektleierIn ein, welche dafür
zeichnet, die Paten zu schulen und begleiten zu lassen, die Einsätze zu
koordinieren und als zentrale Anlaufstelle konkrete Hilfestellungen zu
vermitteln. Nach persönlicher Motivationsklärung und einem Erstgespräch mit
der ProjektleiterIn,
(wo steht die Patin mit ihrer eigenen Infektion? was
erhofft sie sich durch ihren
einsatz)werden die PatInnen gemeinsam in zwei Wochend-Blocks geschult und
durch Supervision und Weiterbildung durch das Jahr begleitet
Die Grundausbildung der Paten beeinhaltet die medizischen,
sozialen und psychischen
Aspekte einer HIV-Diagnose, an einem Wochenende und an
einem zweiten Wochenende die Leitplanken zum Thema Begleitung, eigene
Kompetenzen und Grenzen, Spielregeln und Vereinbarungen mit/durch LHIVE.
Das Projekt wird als Pilotprojekt für ein Jahr gestartet
und wird laufend evaluiert.
Auch inhaltlich beschränkt sich das Angebot vorerst auf
Krisenintervention, resp. Begleitung während der ersten kritischen Phase nach
der Diagnose. Die einzelnen Begleitungssituationen sind zeitlich begrenzt
auf drei bis maximum sechs ( 9?)
Monate.
Nach Auswertung und Erfolg soll es gesamtschweizerisch
durchgeführt und erweitert werden.
Um das Projekt gut zu lancieren, sollen bestehende
Kontakte zu den Anlaufstellen ( Spital, Teststellen, Aerzte, Antennen,
Aids-Pfarrämter), genutzt werden, um als Drehscheibe/Vermittlung den potenziellen
„Patenkindern“ einen unkomplizierten und die Anonymität wahrenden Zugang zum
Angebot zu ermöglichen.
Die bei den Anlaufstellen agierenden Fachpersonen werden
über das Angebot informiert, und erhalten Broschüren, die sie verteilen
können. Sie sind diejenigen, die einschätzen können, wem das Angebot einen
nutzen sein könnte und den Erstkontakt aktiv vermitteln können.
Mit den neuen Teststellen/Checkpoints (VCT-Jahr) in den
grösseren Städte sollte in Erwägung gezogen resp. evaluiert werden, ob es
nicht sogar sinnvoll wäre, bereits bei der Diagnosen-Eröffnung anzusetzen.
Auf der Website von LHIVE wird das Angebot ausführlich
beschrieben, samt Anmeldeformular und einem eigens dafür eingerichteten
Forum.
Es besteht die Möglichkeit langsam und abgestuft von der
anonymen Beratung und Begleitung in ein persönliches Setting überzugehen.
Auswahlverfahren, Katalog, Anmeldeprozedere
Die Checkpoint/ LHIVE- Räumlichkeiten dienen als Begegungsort für den
persönlichen Kontakt zwischen Paten/Patinnen und ihren „Paten-Kindern“.
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