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P+IPS  


     Einleitung  

Das Positive Integrationsprojekt Schweiz ( P+IPS)

P+IPS besteht seit Dezember 2004 und hat die Förderung der beruflichen Integration von Menschen mit HIV zum Ziel. Die Trägerschaft liegt  beim Fachbereich  Infektiologie des Kantonsspitals St. Gallen. Die bisherige Arbeit hat deutlich aufgezeigt, dass Information und Beratung über HIV und Aids in der Arbeitswelt zu den vielversprechendsten Massnahmen gehören  das Projektziel   der beruflichen Integration von Menschen mit HIV weiter voranzutreiben. 

Diese Grundidee hat zum Konzept von P+IPS 2008 geführt, dessen Hauptinhalt das Pilotprojekt “Arbeitgeberinitiative“ darstellt.    

1.      Das Pilotprojekt “Arbeitgeberinitiative“  

Das Pilotprojekt „Arbeitgeberinitiative“ wird zum Kerngeschäft von P+IPS 2008. Zwei Studien, welche im Rahmen des aktuellen Projekts P+IPS durchgeführt worden sind, unterstreichen den Nutzen des geplanten Pilotprojekts. Sowohl die Studie SHCS 465: Befragung von Menschen mit HIV zum Thema „HIV und Arbeit“, als auch die Befragung von Personalfachleuten 2007, zeigen deutlich, dass Aufklärung und Beratung zum Thema „HIV und Arbeit“ in der Arbeitswelt von allen Akteuren für notwendig erachtet werden. Unternehmen, aber auch institutionelle Arbeitgeber sollen direkt kontaktiert werden. Das heisst, nicht bloss durch den Versand von Informationsmaterial. Beratungsangebote für Arbeitgeber können als Fortbildungsveranstaltungen, oder Einzelberatungen erfolgen. Wichtig ist, dass Menschen mit HIV in das Pilotprojekt möglichst miteinbezogen werden.    

Ziele von P+IPS 2008  

Die unten genannten Ziele, auf die das Pilotprojekt hinarbeitet, entsprechen den Zielen des Projekts P+IPS, wie es seit Dezember 2004 besteht. Der Unterschied besteht im Fokus des neuen Pilotprojekts „Arbeitgeberinitiative“ auf die Arbeitgeber und möglicherweise auch auf die IV.   ·        

Aktualisierung des Wissensstands über HIV und AIDS in der Arbeitswelt.
   ·         Ein offener und pragmatischer Umgang mit HIV im Arbeitsleben.   ·         Nachhaltige berufliche  Integration der Menschen mit HIV.
   ·         Verbesserte Chancen für Menschen mit HIV auf dem Arbeitsmarkt.
   ·         Förderung des beruflichen Wiedereinstiegs von Menschen mit HIV.    

Die
Kernbotschaften des Pilotprojekts „Arbeitgeberinitiative“ lauten:

 
  ·       Menschen mit HIV stellen kein Gesundheitsrisiko für ihre Arbeitsumgebung dar.
   ·       Menschen mit HIV sind mehrheitlich normal leistungsfähige und motivierte Mitarbeitende.
   ·       Heute muss dank wirksamen Therapien niemand mehr an AIDS erkranken. Deren Nebenwirkungen sind minimal und haben kaum Auswirkungen auf die Arbeitsleistung.

     Positionierung des Pilotprojekts „Arbeitgeberinitiative“  

Die Ziele von P+IPS 2008 können als Bestandteile von „Diversity“ angesehen werden und  sind im Sinne eines zeitgemässen Gesundheitsmanagements. Ein enger Bezug zum Thema „chronische Erkrankung“ allgemein besteht. Kooperationen mit anderen Patientenorganisationen (z. B. Krebsliga) sind deshalb naheliegend und werden angestrebt.

     Nutzen der beruflichen Integration von Menschen mit HIV für die Gesellschaft         
Der materielle Nutzen durch Entlastung der Sozialversicherungen ist naheliegend.   ·         Die berufliche Integration von Menschen mit HIV ist ein Schritt in Richtung eines offenen und flexiblen Umgangs mit gesundheitlichen Problemen.
Davon profitieren letztlich auch Menschen mit anderen chronischen Krankheiten oder Behinderungen und potenziell jedermann.    

Nutzen der beruflichen Integration von Menschen mit HIV für die Arbeitswelt


 ·         Menschen mit  HIV sind oft bestens ausgebildete und qualifizierte Mitarbeitende, deren Potential es für die Arbeitswelt zu nutzen gilt.

   ·         Menschen mit HIV sind hochmotivierte Mitarbeitende, weil sie Gesundheit und berufliche Entfaltung nicht einfach als Selbstverständlichkeit voraussetzen und entsprechend hoch schätzen.

     ·         Menschen mit HIV meistern ein heikles Gesundheitsproblem.
Dadurch haben sie Kompetenzen im Umgang mit herausfordernden Situationen und die Fähigkeit zum Selbstmanagement weit entwickelt.

       2.      „IV-Initiative“   Parallel zur Arbeitgeberinitiative

Eine denkbare, weitere Adressatin der Arbeitgeberinitiative ist die IV, insbesondere regionale Stellenleitende und Eingliederungsfachpersonen. Kontakte zu Vertreter/innen der IV bestehen. Darüberhinaus kommen Organisationen, Unternehmen und Projekte als Adressaten in Frage, welche sich für berufliche Integration engagieren (MOVIS, Job-Passerelle). Das Informations- und Beratungsangebot soll bei den Akteuren Sensibilisierung für das Thema „HIV und Arbeit“ erzeugen und den Wissensstand aktualisieren. In konkreten Fällen ist eine weitergehende Beratung denkbar.